Ausschreibung für Anträge an das Forum Transregionale Studien
Das Forum Transregionale Studien (Forum) soll Forschungen in Berlin fördern, die systematische und regionenspezifische Fragestellungen verbinden und in transregionaler Sicht verfolgen. Die Verflechtung der Weltregionen wird durch die Globalisierung immer dichter. Die Orientierung in der Welt und die dafür notwendige Wissensbasis gewinnen damit eine neue Qualität. Das Forum will hierzu einen Beitrag leisten, indem es Forschungen zu transnationalen und transkulturellen Verflechtungen und Interaktionen fördert und international sichtbar macht. Das Forum arbeitet subsidiär zu den bereits bestehenden transregional arbeitenden Institutionen und Verbünden.
Das Forum kann:
- einen Gesprächsraum für den laufenden wissenschaftlichen Austausch der in transregionaler Forschung tätigen Berliner Wissenschaftler bieten und zur Generierung neuer Projektideen dienen
- für die Entwicklung neuer Fragestellungen aus den Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen heraus, im Vorfeld der meist mittelfristig angelegten Projektarbeit, Mittel für Workshops, Gasteinladungen und Freistellungen von Wissenschaftlern sowie für alle anderen als wichtig erkannten projektspezifischen Zwecke als Anfinanzierung (seed money) zur Verfügung stellen
- in möglichst flexibler Weise, gemäß dem Bedarf der einzelnen Projekte, Wissenschaftler als Fellows einladen und bei ihrem Aufenthalt in Berlin betreuen. Berliner Wissenschaftler soll es durch Freistellungen oder durch die Finanzierung von Reisen unterstützen, etwa zur Feldforschung oder zum Austausch mit dortigen Kooperationspartnern
- Veranstaltungen sowohl für die innerwissenschaftliche Diskussion als auch für Politik und Öffentlichkeit durchführen
- Nachwuchswissenschaftler (vor allem postdocs), in der Regel aufgrund internationaler Ausschreibung, zu ausgewählten Themen nach Berlin einladen und mit einem Stipendium ausstatten
- für die Veröffentlichung und Dokumentation der Arbeitsergebnisse in verschiedenen Sprachen, insbesondere auch in den Forschungsregionen, Sorge tragen und Mittel bereitstellen
- seine Fördermittel in dem Bewusstsein einsetzen, dass transregionale Studien neben den herkömmlichen Formaten wissenschaftlicher Arbeit auch unkonventionelle, z.B. künstlerische Tätigkeiten involvierende Formen der Erzeugung neuen Wissens implizieren und dafür ggf. Mittel benötigen.
Das Forum wird von einer Reihe von Forschungseinrichtungen und
-verbünden getragen*. Es befindet sich in Gründung. Als einen ersten Schritt will es zwei oder drei Projekte in Gang setzen, die modellhaft deutlich machen sollen, wie die Arbeit des Forums die vielfältige Wissenschaftslandschaft Berlins bereichern und zu ihrer internationalen Ausstrahlung beitragen kann, indem sie die obengenannten Förderinstrumente auf je spezifische Weise kombinieren und nutzen. Die Ausschreibung richtet sich an Berliner Wissenschaftler, die ab 2010 ein Forschungsprojekt im Bereich der transregionalen Forschung mit Unterstützung des Forums durchführen wollen.
Projekte sollen sich gemäß der Ziele des Forums vor allem durch ihren transregionalen Charakter auszeichnen. Projekte sollen dementsprechend
- transregional in dem Sinne sein, dass sie mehr als eine Weltregion einbeziehen
- systematische Fragestellungen und Regionalkompetenz miteinander verbinden
- zu einer Internationalisierung der Forschungsperspektiven beitragen, und zwar besonders durch Einbeziehung von Wissenschaftlern aus den Regionen
- Kooperation zwischen verschiedenen Wissenschaften – unabhängig von institutionellen Strukturen – erfordern
- über den Vergleich und die Verflechtungen zwischen Weltregionen empirische Kenntnisse und methodische und theoretische Zugriffe erweitern und vertiefen.
Entscheidend für die Auswahl ist die Qualität des Projektes, insbesondere im Hinblick auf seinen exemplarischen Charakter für die angestrebte transregionale Forschung. Die Projekte sollten stufenweise mit einer Vorlaufphase von einem Jahr und einer Folgephase von 3 bis 4 Jahren konzipiert werden, auch wenn zunächst nur Mittel für eine einjährige Startphase bewilligt werden können.
Von den Antragstellern wird erwartet, dass sie deutlich machen,
- in welchem Verhältnis das vorgeschlagene Projekt zu der in Berlin bereits bestehenden Forschung steht und inwiefern es diese um neue Aspekte bereichert
- auf welche Weise die Beteiligten methodisch vorgehen wollen, um ihre Ergebnisse zu erreichen.
Das Forum macht den Antragstellern gegenüber keine detaillierten Vorgaben im Hinblick auf die Instrumente und Aktivitäten der Projekte. Vielmehr sollen jeweils projektspezifische, den Forschungszielen besonders dienliche Aktivitäten vorgeschlagen werden. Im Falle der positiven Evaluierung bemüht sich das Forum, über die einjährige Startphase hinaus, Mittel für die Finanzierung des geplanten Zeitraums, also für weitere drei bis vier Jahre einzuwerben. Projekte werden in der Regel an den Instituten der Antragsteller durchgeführt.
Verfahren
Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Zunächst reichen interessierte Wissenschaftler/innen eine Projektskizze von etwa fünf Seiten ein und fügen einen Lebenslauf mit Publikationsliste bei. Nach deren Begutachtung entscheidet der Vorstand des Forums, welche Antragsteller aufgefordert werden, einen Vollantrag zu stellen. Dieser beinhaltet
- eine Zusammenfassung (je 1 Seite auf Deutsch und Englisch)
- eine detaillierte Projektbeschreibung (bis zu 10 Seiten)
- einen Kostenplan
- einen Ablaufplan
- Angaben zu den Kooperationspartnern.
Voranträge sind bis zum 30. November 2009 einzureichen. Die Antragsteller werden bis zum 20. Dezember 2010 über den Ausgang der ersten Stufe des Auswahlverfahrens informiert und ggf. aufgefordert, einen Vollantrag bis zum 31. Januar 2010 einzureichen. Über die Anträge wird im März 2010 entschieden, so dass die ersten beiden Projekte möglichst im April 2010 mit der Arbeit beginnen können.
Nach der Satzung des Forums entscheidet über die Auswahl der Projekte der Vorstand nach Beratung mit dem wissenschaftlichen Beirat. Der Vorstand besteht aus den Professoren Andreas Eckert, Erika Fischer-Lichte und Dieter Grimm (Vorsitz).
Die Anträge sind in elektronischer Form mit den oben genannten Elementen als getrennte Word- oder PDF-Dokumente an das
Forum Transregionale Studien
c/o Wissenschaftskolleg zu Berlin
Wallotstraße 19
14193 Berlin
forum@wiko-berlin.de
zu richten.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Martin Garstecki
Telefon +49.(0)30 / 89 00 1 – 255
Martin.Garstecki@wiko-berlin.de.
Weitere Informationen zum Forum Transregionale Studien finden sich unter: www.wiko-berlin.de/index.php?id=421.
* Folgende Projekte und Institutionen sind gegenwärtig Träger des Forums Transregionale Studien:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Centre Marc Bloch, Deutsches Archäologisches Institut, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Ethnologisches Museum Berlin, German Institute of Global and Area Studies (GIGA)/Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien, Hamburg, Haus der Kulturen der Welt, Hertie School of Governance, das Internationale Geisteswissenschaftliche Kolleg Verflechtung von Theaterkulturen (FU), das Internationale Geisteswissenschaftliche Kolleg Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive (HU), das Kompetenznetz Lateinamerika. Interdependente Ungleichheitsforschung (KLUFT), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, SFB 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel“ (HU), Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Wissenschaftskolleg zu Berlin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Zentrum Moderner Orient.
Der Beitritt weiterer Institutionen und Verbünde ist möglich.
